Nach 5 Jahren – Ein Wort zum Thema Qualität

Oktober 2012 – Pinasse-Prototyp, Baunummer 1. Am Ende der fünften Saison ist es Zeit für einen Blick auf Pleiten, Pech und Pannen bei einem Boot, dass sich bei fast jedem Wetter und Seegang bewährt hat. Nur, da war nix.

Der Lack am Rumpf weist einige leichte Gebrauchsspuren auf. Auf dem Dach sieht es ähnlich aus, eine Folge ungastlicher Möwenbesuche. Hier  muss im Frühjahr nachpoliert werden.

Das Teak-Deck wurde in den fünf Jahren einmal vorsichtig angeschliffen. Eine anschließende Behandlung der Firma MainCare/Kappeln mit einer Speziallauge sorgte für den typischen, silbergrauen Farbton des Decks. Erst am Ende der Saison zeigte sich in einigen Ecken leichter Grünalgen-Bewuchs.

Aber was das Entscheidende ist: Technisch hat die Pinasse auch nach dem fünften Jahr ihres Einsatzes so gut wie keine Reparaturen benötigt. Das Logbuch verzeichnet folgende Ausfälle:

Nach der Auslieferung kurzfristiger Ausfall der Ruderanlage. Ein Sicherungsring am Gestänge hatte sich gelöst. Reparatur in fünf Minuten und die Erkenntnis, dass sich die Pinasse, Dank der Doppelmotorenanlage, auch ohne Ruder sicher fahren und manövrieren lässt.

Ausfall der elektrischen Ankerwinsch wegen Verwendung einer falschen Sicherung.

Feuchtigkeit im Motorraum zu Saisonbeginn führte zu verzögertem Anspringen der Maschinen. Das war ein Bedienungsfehler, weil die Lüftungsanlage nicht betätigt wurde.

Ausfall eines Motors am Saisonbeginn, weil nach der Winterüberholung eine Schlauchschelle des Kühlwasserschlauches nicht fest gezogen war. Die Kühlflüssigkeit lief aus. Fremdreparaturkosten vom Yanmar-Service 80 Euro. Erkenntnis: Die Pinasse lässt sich auch mit einem Motor fahren und manövrieren.

Nacheinander Ausfall aller Positionslampen (Fahrlichter). Die LED-Lampen waren mit Wasser vollgelaufen. Scheint ein allgemeines Problem bei diesen Lampen zu sein, die als eigentlich als „unkaputtbar“ gelten und hochpreisig sind. Sehr ärgerlich.

Klebeverband einer Deckenverkleidung löst sich bei großer Hitze. Verkleidung verschraubt.

Eine Thermopen-Windschutzscheibe neigt bei Sonne zum Beschlagen. Muss neu versiegelt werden.

Dies sind, zusammengefasst, alle technischen Probleme die in fünf Jahren auf dem Wasser eingetreten sind.

Ein Wort noch zum Verbrauch: Bei sauberem Unterwasserschiff, halbvollen Tanks (700 Liter Diesel) und ruhiger See/Wind beträgt der Verbrauch bei Rumpfgeschwindigkeit (knapp 9 Koten) im Durchschnitt 2 x 8 Liter, bei Halbgleitfahrt (15-16 Knoten) 2 x 32 Liter und bei Vollgas (19 Knoten) 2 x 45 Liter/h. Bei einer Langstrecken-Reisegeschwindigkeit von 8 Knoten werden 2 x- 6-7 Liter/h verbraucht, bei Kanalfahrt von 5 Knoten etwa 2 x 3-4 Liter/h.

Zurück